Drei Škoda bei der Oldtimer Rallye Wiesbaden

Written by AutoHeadline  //  Samstag, 16. Mai 2015, 09:25 Uhr

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Der Škoda 645 von 1931 ist eine repräsentative Oberklasse-Limousine. Foto: AutoHeadline.com

Škoda AUTO Deutschland zeigt bei der 32. Internationalen Oldtimer Rallye Wiesbaden bis 17. Mai drei seltene Klassiker. Automobilliebhaber können einen imposanten Škoda 645 aus dem Jahr 1931 bewundern. Gleichzeitig startet ein Škoda 640 Superb, der seinerzeit zu den Spitzenmodellen aus Mladá Boleslav gehörte. Im Jubiläumsjahr - Škoda feiert 120 Jahre Unternehmensgeschichte sowie 110 Jahre Automobilbau - rundet der 1102 ,Tudor‘ Roadster von 1949 den klassischen Auftritt der tschechischen Traditionsmarke ab.

Mehr als 100 automobile Schmuckstücke starten am kommenden Wochenende bei einer der traditionsreichsten Oldtimerveranstaltungen in Deutschland. Zu den besonderen Hinguckern unter den Raritäten gehört erneut der Škoda 645. Die über fünf Meter lange Oberklasselimousine präsentierte sich der Weltöffentlichkeit erstmals 1929 auf dem Prager Automobilsalon. Das Fahrzeug von Škoda Spezialist Peter Sudeck stammt aus dem Jahr 1931. Sein Name leitete sich vom Motor ab: Unter der Haube arbeitete ein 2,5 Liter großen Sechszylinder, der 45 PS leistete. Der seltene Škoda 645 mit Stahlchassis und mittragender Holzkarosserie wurde von seinem Besitzer vor mehr als zehn Jahren in Tschechien entdeckt und in liebevoller Detailarbeit restauriert. Insgesamt 758 Exemplare liefen seinerzeit vom Band, heute existiert nur noch weniger als ein halbes Dutzend dieser Modelle.

Der Superb 640 begründete 1934 als Spitzenmodell die lange Superb-Tradition in der Škoda Geschichte. Noch heute trägt die Top-Baureihe diesen klangvollen Namen. Der 640 Superb nutzte die technologische Plattform des Modells Popular, sein 2,5-Liter-Sechszylinder mobilisierte 55 PS. Besonderheit: Bei der Transaxle-Bauweise befand sich das Getriebe mit dem Differenzial vor der Hinterachse. Die Kardanwelle verlief durch den Rohrrahmen. Darüber hinaus kamen anstelle von Starrachsen vorn wie hinten fortschrittliche Einzelradaufhängungen zum Einsatz. Vorteil dieser Bauweise war zum Beispiel, dass die deutlich höhere Torsionssteifigkeit die Karosserie weniger beanspruchte. Lediglich rund 200 Fahrzeuge verließen die Škoda-Werkshallen. Dank langwieriger Restaurierung erstrahlt der 1935 gebaute Superb 640 von Vladimir Elias heute wieder in seiner vollen Pracht und lässt bei der Oldtimer Rallye Wiesbaden Liebhaberherzen sicher höher schlagen.

Ein ebenso beeindruckendes Stück Automobilhistorie ist der Škoda 1102 ,Tudor‘ Roadster von 1949. Der dunkelrote offene Zweitürer von Elmar Schorpp wird von einem 33 PS starken wassergekühlten Vierzylinder mit 1,1 Litern Hubraum angetrieben. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges brachte Škoda 1946 den 1101 Typ 938 auf den Markt - die Evolutionsstufe 1102 Typ 938 folgte 1948. Auch bei diesen Modellen nutzte man die bewährte Rohrrahmen-Bauweise des Popular. Schnell bürgerte sich die Bezeichnung ,Tudor‘ ein. Sie leitete sich aus dem englischen ,two door‘ ab, weil der Wagen zunächst ausschließlich als Zweitürer erhältlich war. Der 1102 ,Tudor‘ war vor allem für das Exportgeschäft gedacht. Deshalb mit besonders vielen Chromverzierungen und zeitgenössischen Komfortmerkmalen wie einer Lenkradschaltung zu beeindrucken. Škoda stellte zwischen 1946 und 1952 rund 67.000 Exemplare des 1101 und 1102 her. (AutoHeadline.com)